Cobalt Workflow Finanzanalyse

Risikokataloge und Szenarien mit KI

Eine Due-Diligence endet nicht mit der Prüfung der Vergangenheit. Sie fragt auch nach den Risiken, die die Zukunft der Zielgesellschaft prägen könnten. KI-Verfahren helfen dabei, Risikofaktoren zu sammeln, zu ordnen und in Szenarien zu übersetzen.

Vom Einzelfall zum Katalog

Ein Prüfer, der eine einzelne Zielgesellschaft untersucht, hält die Risiken meist im Kopf. Wer viele Gesellschaften prüft, braucht einen Katalog: eine geordnete Sammlung von Risikofaktoren, die sich abrufen und vergleichen lässt. Sprachmodelle können aus Geschäftsanforderungen, Branchenberichten und Pressemeldungen eine Liste möglicher Risiken zusammenstellen und sie Kategorien zuordnen: operationelle Risiken, finanzielle Risiken, regulatorische Risiken, Marktrisiken.

Der Katalog ist das Rohmaterial, kein Urteil. Er benennt, was im Umfeld der Gesellschaft als Risiko beschrieben wird. Ob ein genanntes Risiko für die konkrete Zielgesellschaft tatsächlich trägt, entscheidet sich im Einzelfall.

Szenarien durchspielen

Aus dem Katalog lassen sich Szenarien bilden: Was geschieht, wenn ein regulatorisches Verfahren gegen die Gesellschaft eröffnet wird? Was, wenn ein wesentlicher Kunde ausfällt? Was, wenn eine Technologie die Branche verändert? Ein Modell kann diese Szenarien durchspielen, indem es die Auswirkungen auf Kennzahlen schätzt – Umsatz, Marge, Kapitalbedarf.

Wichtig ist die Trennung: Das Modell beschreibt, was in einem Szenario geschehen könnte. Es sagt nicht, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Szenario eintritt, und es gibt keine Empfehlung, ob die Gesellschaft deshalb eine gute oder schlechte Investition ist. Die Wahrscheinlichkeit ist eine Schätzung, die eine Person mit Kenntnis des Einzelfalls vornimmt. Die Empfehlung ist eine Entscheidung, die einer regulierten Anlageberatung vorbehalten ist.

Was die Redaktion daraus macht

Unsere Artikel beschreiben, wie Risikokataloge aufgebaut sind, welche Kategorien sich bewährt haben und wie Szenarien technisch durchgespielt werden. Wir nennen Risiken, die in öffentlichen Quellen beschrieben werden, ohne sie für eine konkrete Gesellschaft zu bewerten. Eine Bewertung wäre Anlageberatung, die wir nicht anbieten.

Quellen und weiterführende Hinweise

  • Veröffentlichungen der Aufsichtsbehörden zu Risikoberichten von börsennotierten Gesellschaften.
  • Fachliteratur zum Risikomanagement und zur Szenarioanalyse.
  • Standardwerke zur Einordnung von Risikokategorien in der Due-Diligence.